Kurzbiografie

Der Stein kam 4 Wochen zu spät ins Rollen - als ich statt Mitte Februar am 13. März das Licht der Welt erblickte. Mutter, selbständig, war ständig am Sprung weg von der Arbeit in der eigenen Putzerei und als sich endlich Wehen einstellten, fuhr sie noch selbst mit dem Auto ins Spital.

So sehr ich mir hier Zeit ließ, so schnell sollte ich dann viele Stationen in meinem Leben durchwandern. Doch zunächst hatte ich eine wunderschöne Kindheit in einem Haus mit großem Garten, kleinen Stallungen mit Hasen und Hühnern, Katzen, Hunden, Eidechsen, Vögel, Igel, Schildkröten, Meerschweinchen und zum Leidwesen der Mutter mit jeder Menge Käfern und Spinnen, die auf unerklärliche Weise ;-) des öfteren im Schlafzimmer meiner Eltern auftauchten (bei Mutter`s Spinnenphobie eine Radikal-Therapie).

Vater hatte von Abenteuern und Risiken nach dem Krieg die Nase voll und machte Karriere als Beamter (Doch sogar hier ging er so manche Risiken ein). Bei uns war immer was los, viele Freunde, große Familie, viele Feste... Die meiste Zeit jedoch verbrachte ich mit meiner "Omama im Apfelbaum". Nach einem gleichnamigen Kinderroman benannt, war meine Großmutter väterlicherseits bis ins hohe Alter von 93 Jahren rüstig, quietschfidel und für jeden Spaß zu haben. Wir kauften Jeans im Partnerlook, lagen mit dem Gartenschlauch auf der Lauer nach Kirschendieben, erschreckten nächtliche Bauarbeiter (wegen der Ruhestörung) und viele lustige Dinge mehr.

Das Ganze spielte sich am Stadtrand von Wien ab. Als offenbar zu aufgewecktes Kind wurde ich in Klosterkindergärten und Klosterschulen gesteckt - Buben und Mädchen, gottseidank. Dort eroberte ich mir die Herzen der Schwestern, Tanten und Lehrer im Fluge durch mein Sing- Tanz- und Zeichentalent. Ich durfte bei keinem Bühnenstück fehlen, konnte sämtliche Klassendekorationen ausführen, durfte den Unterricht für Tanzvorbereitungen schwänzen usw. Im Volksschulalter kam dann noch meine Schreibleidenschaft zum Ausbruch. Nicht nur einmal holte mich meine Klassenlehrerin nach vorne, um mich beichten zu lassen, wo ich die eben abgegebene Geschichte denn gelesen hätte. Die Antwort, dass ich sie soeben erfunden hatte, wollte sie zu Beginn nicht so recht glauben.

Danach im Wasa-Gymnasium untergebracht, benötigte ich im Jahr bald 3 Mittelquarthefte, um meine Deutsch-Schularbeiten zu papier zu bringen. Die Professoren sahen es allerdings mit gemischten Gefühlen: "Denk dran, dass ich das alles auch korrigieren muss!" Doch eine Förderung war leider nie möglich, so blieben diese Dinge zunächst im Verborgenen.

Irgendwie hatte ich schon (oder vor allem) als Kleinkind einen "Draht für erhöhte Wahrnehmung". Oft "erspürte" ich Dinge, die für andere erst viel später Realität wurden. Warum ich ausgerechnet jetzt und hier gelandet war, beschäftigte mich schon sehr früh. Die Frage nach Sinn ließ mich schon in der Unterstufe Religionen und spirituelle Forschung diskutieren. Mit der Zeit unterhielt ich oft ganze Gruppen auf Parties mit diesem "prickelnden" Thema und oft war das auch der Grund so mancher Einladung.

Gleichzeitig wurde alles, was für die Gesellschaft wünschenswert war, für mich fragwürdig. Immer auf Sicherheit erzogen, brach ich dann mit 17 aus dem wohlbehüteten, geordneten Leben aus, schnupperte Fotografie und Malerei bei diversen Künstlern und Fotografen. Leider versagten mir die Eltern damals ein Kunststudium, sodass ich mir eben selbst den kreativen Weg ebnen musste.

Mein größtes Bedürfnis war jedoch Freiheit und Unabhängigkeit, damit verbunden natürlich Selbständigkeit. Also brauchte ich einen Job um nebenbei Kunst studieren zu können. Ich holte also in Windeseile in 5 Monaten alle kaufmännischen Kenntnisse einer Handelsschule beim Wifi Wien nach und begann zu arbeiten.

Aber bevor ich noch inskribieren konnte, sollte mir das Leben einige Nüsse zu knacken geben:

Gleich die schlimmste mit 19 Jahren: Verdacht auf Krebs!
Wie ein Bombenschlag kam diese Aussage meines Arztes damals auf mich zu. Diese Zeit konfrontierte mich nun am eigenen Leib mit Leben & Krankheit und den darin verborgenen Weisheiten und Prioritäten. Was ist nicht alles möglich im Leben, wenn man gesund ist! Ich war zwar mit einiger Verspätung in diese Welt getreten, doch hatte ich nun doch viel vor und keine Lust schon wieder zu gehen. Also meldete ich mich als Testperson für ein damals neues Arzneimittel "Interferon" und wurde damit und dem dazugehörigen Lebenswillen wieder ganz gesund! Nur die Erfüllung etwaiger Kinderwünsche wurde seitens der Ärzteschaft angezweifelt - das wollte ich natürlich auch ehest widerlegen und gründete nun mit dem dazugehörigen Partner erst einmal Familie.

Natürlich suchte ich mir keinen "braven, verlässlichen" Beamten - nein, meine Wahl fiel auf einen der begehrtesten Junggesellen von Stockerau. Gerd Hausmann, Sohn von Herbert Hausmann, dem Gründer der Firma M.U.T war für mich der ebenbürtige Partner. Wir hatten eine turbulente Ehe, die leider auch auf die erste Schwangerschaft schlug und mich 9 Wochen zu früh auf den OP-Tisch brachte. Kaiserschnitt aufgrund einer Infektion - und das "als lebendes Beispiel" vor versammelter Ärzteschülerschaft - ich bat den Anästhesisten um die Narkose.

Nun, "Sascha" kam sofort ins Prayer`sche Kinderspital, wo ich ihn erst 10 Tage später besuchen konnte. 1,50 kg schwer! Aber zäh. Er hielt durch - bis zu dem Tag, an dem wir ihn, 10 Wochen später, nach Hause holen wollten: "Atemstillstand vermutlich mit Gehirnschädigung" lautete diesmal die Diagnose. Niemand konnte abschätzen wie groß der "Schaden" war.

"Damit kann ich nicht - das musst du allein hinkriegen!" - war damals die Aussage meines Mannes und reichen Unternehmersohnes, der sich mit derartigen "Schattenseiten" des Lebens nicht auseinandersetzen wollte. Aber auch ihn sollten noch viel schlimmere Schatten einholen.

Ich suchte also unzählige Kapazitäten in Österreich und Deutschland auf. Die Diagnosen differierten von "vollständig normal entwickelt" bis hin zu "grobe motorische Störungen, eindeutiger Entwicklungsrückstand".
Ich lernte also mit dem Ungewissen leben. Natürlich folgten unzählige Kämpfe innerhalb und außerhalb der Familie und ich war mit dem Problem ganz allein gestellt. Damals ahnte ich schon, dass meine Beziehung nicht zu meinem Glück beitragen konnte, ähnlich wie Robert Redfort im "Pferdeflüsterer" meinte: "Du ahnst es immer gleich zu Beginn, aber du willst es noch nicht wissen". Und das Leben hatte offenbar für mich ein Kapitel im Buch der Lebensschule aufgeschlagen, das mir zeigen sollte, dass Geld allein sicher nicht glücklich macht.

Während der Karenz kündigte ich nun meinen "sicheren" Job bei der SVA, der mir damals mein Kunststudium finanzieren sollte und begann, als Geschäftsführerassistentin in der Großgastronomie meines Mannes tätig zu werden. PR, Eventorganisation und Prominentenbetreuung waren meine Aufgaben, später auch Organisation und Personalführung.

Sascha, nun 3 Jahre alt, entwickelte sich zu einem hübschen, fröhlichen Buben mit einem sprachlichen Entwicklungsrückstand. ;-)

Ungeachtet aller damaligen Einwände meines Mannes, der mit mir (aber ohne Sascha) ein Leben mit vielen Reisen, Abenteuern und Luxus leben wollte, begann ich wieder zu studieren. Ich löste meine Ersparnisse auf und finanzierte mir sämtliche Management- und PR-Ausbildungen sowie nun endlich das Grafik-Studium selbst. 1993 sprang ich dann ins kalte Wasser und gründete meine Firma "CH-Design" in Stockerau. Das Studium machte ich nebenbei fertig. Jetzt konnten einige meiner brach liegenden Talente endlich aufleben. Ich hatte offenbar ein gutes Gefühl für die richtigen Strategien, denn sofort hatte ich mittels Direkt Marketing und Wettbewerbspräsentationen die ersten Kunden - (Corporate Design-Entwicklung für Cincinnati Milacron Austria, Marketingkonzepte für eine Einkaufsstraße und eine Wirtschaftsmesse und CD-Ausarbeitungen für einige mittelständische Unternehmen.)

Währenddessen erlebte ich viele interessante Wendepunkte in meinem Leben. Andere würden es "Schicksalsschläge" nennen. Ich begann aber zu merken, dass diese Geschehnisse - so schrecklich sie oft wirken - tatsächlich immer ihr Gutes haben. Fast blickte ich gespannt und neugierig auf die Zukunft und ihre seltsamen Verknüpfungen, nahm jede Herausforderung an, ging ihr auf den Grund und verlor jegliche Angst. Ich lernte, diese Geschehnisse bewusst zu steuern; gleich einem Spiel, denn nur im Spiel, ohne Angst, können wir kreativ sein und unser Potential ausspielen!



Als ich 1995 entgegen jeder Prognose erneut schwanger wurde, war mir mein Kind das wichtigste. Ich nahm Mitarbeiter auf, die mir das meiste abnahmen, Präsentationen führte ich allerdings bis zuletzt selbst durch. Und als dann während einer Sitzung (zum Schrecken meiner ausschließlich männlichen Gesprächspartner) die Wehen einsetzten, kam, 16 Stunden später, am 8.5.96 meine wunderhübsche, äußerst willensstarke Tochter Nathalie zur Welt. (Trotz Empfehlung der Ärzte OHNE Kaiserschnitt ;-) Im Bemühen, mehr Zeit für meine Kinder zu haben, suchte ich einen Firmenpartner und fand ihn in Thomas Mazurek. 1996 gründeten wir die Hausmann und Mazurek OEG, die mit dem Markennamen "communications unlimited" in weiterer Folge zur GmbH heranwuchs. Auch hier sollte es viele Nüsse zu knacken geben.

Ich entdeckte mein Traumbüro im 19. Bezirk und die Firma übersiedelte. Alles lief steil bergauf! Wissen in PR und Marketing vervollständigte ich in Abendkursen. Kunden wie Procter & Gamble, Creditanstalt AG, Sharp, Quante, Münze Österreich, max mobil etc. ließen den Umsatz und damit die Arbeitszeit so schnell ansteigen, dass kaum Zeit zum Einschulen neuer Mitarbeiter blieb.

1999 war der Höhepunkt mit 12 Mitarbeitern und trotzdem 80 bis 100 Stunden Arbeitszeit meinerseits pro Woche erreicht! Durch den ständigen Leistungsdruck aber auch vieler emotionaler Krisen innerhalb unserer Mitarbeiter konnte ich (enorme) Erfahrungen in Persönlichkeitsentwicklung, Kriseninterventionen, Notprogrammen etc. machen.

Zwischenzeitlich aus altbekanntem Freiheitsdrang und meinem Hang zur Ehrlichkeit, freundschaftlich unter Verzicht auf alle ehelichen Ansprüche, geschieden und nun auch privat nach Wien übersiedelt, mussten sorgfältig ausgewählte Kindermädchen (Wahl-Omis) einspringen - und ich hatte mein ursprüngliches Ziel, das ich mit der Firmenpartnerschaft anstrebte (mehr Zeit für meine Kinder zu haben) erfolgreich um 100% verfehlt. Meine Gesundheit ging den Bach runter und schließlich musste ich mir eingestehen, dass diese Firmenkonstellation mehr Schaden als Nutzen für mich bringt.



Aufgrund einiger Paradoxien bedurfte es einiger zu knackenden "Nüsse" auf einmal, um mich zu einem schnellen Handeln zu zwingen:

- Mein Vater diagnostizierte in seiner Leber einen 12 cm großen Tumor, der ihm eine Lebenserwartung von 2 Monaten fristete und die Sterbebegleitung korrigierte meine Daseins-Werte drastisch.
- Mein Firmenpartner fiel aus Krankheitsgründen ein halbes Jahr aus.
- Meine 3-jährige Tochter begann Harnwegsinfekte zu entwickeln, die nicht ausheilen wollten;
Von dem üblichen Firmenalltag und seinen täglich neuen Herausforderungen nicht zu reden - kurz alles zeigte mir die Notwendigkeit einer Veränderung an! Also machte ich mit Firma und Partner reinen Tisch und löste die GmbH auf.



Nun wieder allein selbständig, ging alles leichter. Das ehemalige Büro wurde in Rekordtempo im August (trotz Urlaub sämtlicher Handwerker) zu einem Wohnbüro umgebaut. Arbeit und Kinder waren "unter einem Hut" und beides äußerst erfolgreich. Wir konnten nun endlich wir selbst sein und ich für meine Wenigkeit habe gottseidank eine Menge daraus gelernt!

Jetzt konnte ich mich wieder auf Wesentliches besinnen, mein Leben neu ausrichten und meine Energie und Kreativität richtig einsetzen - für Menschen und Unternehmen, die sie schätzten. Ich konzipierte einen Weg, den holistischen Ansatz auch in der Wirtschaft einsetzen zu können. Gleichzeitig "professionalisierte" ich weitere Themen der Persönlichkeitsentwicklung und besuchte weiterhin mehrere Ausbildungen, die dabei unterstützten:

Ich begann und absolvierte ein 4-jähriges Studium für Kunsttherapie (eine positive Form der Therapie und Persönlichkeitsentwicklung mittels aller bildnerischen und darstellenden Künste - sprich Maltherapie, Gestaltungstherapie, Tanz, Schauspiel, Poesie, Formen, Bewegung etc.) und hatte somit alle meine Talente, die bisher noch das Hobbydasein fristeten, endlich im Visier; ja ich konnte sie sogar gewinnbringend für mich und andere einsetzen.
Die Kunsttherapie faszinierte mich sofort, da sie nicht das Leiden anspricht, sondern die kreativen Potentiale stärkt, bis der Mensch in der Lage ist, selbst seine Leiden zu umzuwandeln und sein Leben kreativ und eigenverantwortlich zu gestalten. Mit Hilfe der Kunst als Ausdruck kann der Mensch sein ICH derart stärken, dass eine Selbstheilung erfolgt.



Ebenso machte ich zu dieser Zeit Interessens-Ausbildungen in der Blütentherapie nach Dr. Bach am Bach-Institut Wien, Ernährungsberatung an der TCM-Akademie (sowie nach Hildegard, Nassal, Dahlke, Schüssler, u.a.), Enertree bei Peter Salocher, Feng Shui-Ausbildungen nach sämtlichen Schulen, Klangtherapie bei Peter Hess, Kinesiologie, u.a.m.) sowie berufsbedingte Fortbildungen im Bereich Coaching.

Meine Firma "communication coaching cornelia hausmann" erweiterte ich

2000 auf "communications & energy coaching" und vervollständigte den ganzheitlichen Ansatz auch in der Wirtschaft mit dem Anliegen, Menschen zu kreativen, schnellen Lösungen, einfühlsamen Coachings, neuen Ideen in Beruf und Leben und zu mehr Harmonie verhelfen. Und das mit einer gehörigen Portion Humor, schnellen Reaktionen, auf den Punkt kommen, viel Kreativität, ungewöhnlichen Lösungen, Durchhaltevermögen und der so ersehnten Gelassenheit.

Ich war früh dran, denn erst 12 Jahre später sollte sich der Trend durchsetzen - da sollte ich jedoch schon wieder ganz woanders sein.
 


"Das Genie und die Erfindung eilt der Zeit voraus."

Curt Abel-Musgrave



2001 war wieder ein „Schlüsseljahr", denn just an dem Zeitpunkt, an dem ich mit der ganzen Welt zufrieden war, traf ich Harald Klärner (Weltumsegler und Künstler). Mitten in Kärnten bei einem Outdoor-Camp. Es folgte eine unglaublich romantische Zeit zwischen Wien, Kärnten und der Florimell (Haralds Catamaran). Die aber andererseits ziemlich anstrengend war, denn im Eiltempo auf der Autobahn jede Woche hin und her, Jobs und Kinder organisieren war eine ziemliche Herausforderung. Gleichzeitig brachte unsere Liebe so einige Schatten der Umgebung ans Licht, die einen Roman wert wären. Doch wir zerschellten nicht an diesen scharfen „Klippen" und segelten trotz Sturmwind sicher in den Hafen der Zweisamkeit.

"Echte Liebe ist wie die Sonne. Wenn sie einmal eingelassen wird,

erleuchtet sie alles, die hässlichen Dinge ebenso, wie die schönen."

 

 


Mit einem 14m langen Containertransport (kaum zu glauben, dass er den Berg rauf kam!) übersiedelte ich schließlich 2002 nach Pulst bei Liebenfels, einem idyllischen Dorf im Kärntner Glantal nahe St.Veit. Wir erweiterten Harald's Haus und eröffneten die „friendShip-gallery of life art". Hier setzten wir unsere gemeinsamen Träume und Visionen um. Erstmal für uns und auch mit Angeboten für die Umwelt.


Es folgten 7 Jahre in einem Holzhaus mit Blick auf die Karawanken und viel Natur, nach der ich mich immer so gesehnt hatte. In unserem friendShip hatte ich mir neben Büro und Atelier auch eine Praxis für meine therapeutische und berufliche Beratungstätigkeit eingerichtet.   
Nathalie besucht seitdem die Waldorf-Schule in Klagenfurt und Sascha bekam einen Platz in Camphill, einer anthroposophischen Einrichtung direkt in unserer Nachbarschaft, wo er sogar seine erste, unschuldige Liebe fand ;-)

Harald verlor die Lust auf längere Reisen auf See (hatte wohl jetzt seine Wurzeln gefunden;-) und begann mit Begeisterung englische Langbögen und Kanadische Leistenkanus zu bauen. Der Umbau zweier dazu erworbener Häuser (Bauernkeusche mit Wassermühle und ein kleines Hexenhäuschen), gleich visavis von unserem friendShip, wurden der Grundstock des friendShip-Village, in dessen Rahmen wir unsere ganze Bandbreite zur Verfügung stellten.

Auch die Schriftstellerei konnte nun endlich ihren Anfang nehmen. Im Juli 2007 veröffentlichte ich mein erstes Büchlein "Die einfachen Wunder der Gesundheit", in dem ich auf Anregung einiger Klienten und Freunde gesammeltes Wissen, komprimiert zusammengefasst, für Schwerbeschäftigte, Zeitnöter sowie Lesefaule (die keine Zeit für oder Lust auf viele dicke Bücher haben), weitergebe.

Doch ganz wollte mich, trotz Idylle, die "Wirtschaft" nicht loslassen:
Mit „selfness & business coaching" wurden weiterhin sämtliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem ganzheitlichen Bereich für Marktkommunikation, Grafik und Firmen-Coachings erfolgreich genützt und ich durfte bei der Konzeption und Gründung des SELFNESS:Service der Business.Lounge der Wirtschaftskammer Kärnten mitwirken.

Kunst und Business zusammenzuführen war Kernaufgabe eines weiteren Projektes namens "KUNST•FÜHRUNG•FÜHRUNGSKUNST". 3 "Business-Ladies" geben Führungskräftetraining im Kunsthistorischen Museum. Prädikat wertvoll ;-)

Und schließlich erreichte meine Berufsvision ihren bisherigen Höhepunkt in der Gründung des "INSTITUTS für ZUKUNFTSKOMPETENZEN". Alles Forschen und Netzwerken im Bereich Selfness, Business, Trendforschung, Philosophie, Psychologie, Anthroposophie, Therapie, Gesundheit etc. findet hier nun endlich seine Anwendung. Noch dazu mit wunderbaren und besonderen Menschen als Team- und Kamingesprächspartner. (siehe www.zukunftskompetenzen.at)

Diese neuerliche Umsetzung einer Idee wurde bald zu einem neuerlichen Aufbau eines Unternehmens mit ca. 20 freien Mitarbeitern! Und ich durfte (und darf immer noch) meinen Idealismus sowie mein Durchhaltevermögen erneut unter Beweis stellen.
 


Das wäre doch ein schönes "Happy End" oder?

Aber ich war erst bei der Hälfte meines Lebens angelangt. Und bekanntlich tut sich da so einiges an Umbrüchen. 2009 war wiederum ein Schlüsseljahr. 7 Jahre nun in Kärnten lebend spürte ich, dass erneut eine Entscheidung getroffen werden musste, als meine körperlichen Ressourcen durch all die Aufbauarbeiten zur Neige gingen. Wohl oder übel musste ich mich vom "friendShip" trennen und für das größere, umfassendere Projekt des Institutes aufgeben, in dem Vertrauen, trotz allem Idealismus' davon auch eines Tages leben zu können.

 

In meiner Beziehung zu diesem ungewöhnlichen Menschen, Harald Klärner, sehe ich eine der besten Lebensschulen, die wir zeitgemäß als Patchworkfamilie lebten. Der Grad des Bewusstseins bestimmte deutlich unser Glück. Und auch diese Partnerschaft ging nach 7 Jahren durch eine Katharsis.


Ähnlich wie 1999 kamen wieder einige Dinge zusammen, die eine Veränderung anzeigten. Wir mussten eine neue Art des Miteinanders finden, indem es keinen "Patchwork-Alltagskampf" gibt. Mein Exmann war in seltsamen Verschlingungen verschwunden und der Unterhalt für meine Kinder seit 2006 nicht mehr vorhanden. Der nächste Umbauabschnitt bei meinem Haus in Wien war zu bezahlen und aufgrund meiner räumlichen Distanz nach Wien übernahm kurzerhand mein Mitarbeiter mein Hauptprojekt zu einem besseren Preis. (... Geld ist eben immer noch ein guter Maßstab für Freundschaft und Loyalität).

So stand ich 2006 plötzlich ohne Einkommen da. Die neuen Projekte waren noch jung und brauchten jede Menge Kapital und persönlichen Aufbaueinsatz. Und die Wirtschaftskrise begann sich nun auch in Kärnten zu formieren.
 

 

"Wenn du bemerkst, dass du dein Potenzial nicht leben kannst,

nicht mehr SEIN kannst, was du bist,

musst du ehrlich zu dir selbst sein und eine Wahl treffen!"


 

Also stellte ich erneut die Weichen am Bahnhof des Lebens.

Genau am 21. Juni 2009 (Sommersonnwende) verlegte ich Firmensitz und Wohnbüro von Liebenfels nach St.Veit an der Glan und reduzierte mich wieder auf das Wesentliche. Es tat gut, sich wirklich von allem, was nicht unbedingt nötig war, zu trennen. Ein großer Reinigungsprozess meines Lebens begann - nicht umsonst zu dieser Zeit, hatte nicht schon C.G. Jung um die Besonderheiten des 42. Lebensjahres Bescheid gewust? Aufgerufen, sich selbst mehr und mehr zu erkennen verstärkt sich an dem Zeitpunkt ein Prozess, der oft schmerzhaft ist, aber - so er durchgestanden wird - Freiheit, Freude und Geborgenheit bringt. Ich hatte zu dem Zeitpunkt ja schon einige Erfahrung im Bewältigen von Krisen. Und tja, nach einigen Versuchen des - ach so menschlichen Ignorierens - kommt ja dann doch nichts anderes in Frage als die Ärmel hochzukrempeln und es anzugehen. Die Erkenntnisse kommen dann frei Haus. Und man stelle sich vor - Freude und Energie ebenso!

Gern hätte ich jetzt ein Jahr Auszeit gehabt, um mich mit meinem persönlichen Lebensmysterium zu beschäftigen  - doch Leben ist nunmal alles - Familie, Kinder, Arbeit, Existenz UND Selbsterkenntnis. (Im Kloster kanns jeder ;-)

Es gab Zeiten, da fragte mich mein Steuerberater, womit ich vor lauter Idealismus mein Leben finanziert hätte. Ich konnte es ihm nicht genau beantworten, geht es doch nicht um Zahlen, eher um ein "positives Nach-Vorne-Schauen", ein Anpacken, seine Träume nicht aufgeben, ein Urvertrauen leben. (Es geht! - auch als selbstständig arbeitende, alleinerziehende Mutter ohne Unterhalt.) Solange man das tut, was einem Freude macht, solange man sich treu bleibt und solange man den Mut hat, Weichen immer wieder neu zu stellen. Und der alte Spruch meiner Großmutter im Apfelbaum "Wenn du glaubst es geht nicht mehr....kommt irgendwo ein Lichtlein her!" - den kann ich wahrlich bestätigen.

 

"Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst."

 

Die größte Freude war für mich, dass Tochter Nathalie und Harald nach unserem Umzug Freundschaft schließen konnten. Wie so oft, bringt ein "Loslassen" das gewünschte Ziel, das im "Verfolgen" nicht möglich war.
Dieses prächtige Mädel mit enorm viel Sozial- und Selbstkompetenz, engagiert sich für die Welt, will aktiv etwas zum Besseren verändern, ist offen für andere Länder, Sichtweisen und will ebenfalls den Planeten, der ihr Zuhause ist, kennen lernen.


Harald zog es auch wieder in die Welt hinaus, und jetzt kam nach 10 Jahren die seit damals ersehnte Einladung, mit ihm um die Welt zu segeln! - Doch was tut man jetzt als frische Firmengründerin und Mutter einer 14-jährigen Tochter? - Ich trug es mit Fassung.

 

"Wenn ein Partner seinen Weg verlässt, stirbt über kurz oder lang die Liebe des

anderen zu ihm. Daher gehe Deinen Weg, die Liebe folgt Dir."

Die See gehört zu Harald wie das Forschen und Entwickeln zu mir gehört. Wir haben unsere Wege wieder gefunden und konnten so auch wieder eine Zeit lang einen gemeinsamen Kurs durchs Leben "segeln".

Harald querte den Atlantik und ich flog so gut ich neben Arbeit konnte, über den Ozean zu drei wunderschönen Karibikwintern an Bord der alten Freundin "Florimell". Ein Leben in Selbstversorgung und mit den Elementen der Natur. Nirgendwo war ich mehr bei mir.

Work-Life-Balance hat so eine neue Dimension für mich erhalten, denn ein Institut aufzubauen und gleichzeitig zu reisen ist eine Herausforderung, an der ich gemeinsam mit worldwideweb und Informationstechnik arbeite... (Hey - wann wird es endlich ein leistbares Satellitennetz geben!?)

 

Erstens kommt es immer anders - zweitens als man denkt!

2012. Was immer jeder in diesem Jahr erhofft oder befürchtet hatte, es bescherte mir heftige Veränderungen. Ich durfte mich von meiner Mutter verabschieden, die ganz plötzlich und überraschend von uns ging. Daraus ergaben sich neue Weichen, ein neuer Abschnitt mit einer totalen Neuorientierung folgte. Ich musste entscheiden, ob ich nach Wien gehe oder in Kärnten bleibe. Es sollte jedoch beides weiterhin in meinem Leben bleiben...


Oft sieht man neue Ufer nicht und ist trotzdem auf Kurs.

Ich liebe meine Freiheit und habe in Harald einen Partner, der sie genauso liebt. Doch immer dann, wenn man gar nicht damit rechnet, zieht ganz plötzlich ein Unwetter auf. Wir übersahen einen Windhauch und ein Hurricane fegte über uns hinweg (diese tragen immer weibliche Namen ;-) Wie Odysseus musste er Prüfungen bestehen und wir beide hatten erneut eine turbulente Zeit, die uns aber wiederum näher zusammen brachte. 

...wahre Liebe ist...
ein Geben statt Nehmen
ein Fördern statt Fordern

ein Lieben statt Brauchen
ein Bestehen im realen Leben

ohne es vom anderen zu erwarten.

 

Wir lieben nicht, was schön ist - sondern es wird das schön, was wir lieben.
(frei nach Sophia Loren)

 

Im August 2015 hieß es wieder „Leinen los!" Wir starteten nun endlich und trotz vieler HIndernisse unsere große Reise mit der Florimell. Und wieder hieß es: alles auflösen und neu ausrichten, Sicherheiten aufgeben.

Der Kurs war nicht geplant, aber er führte uns von Italien über Sardinien - Balearen - Spanien - Marokko - Senegal - Gambia - Cap Verden - Atlantik - Brasilien - Surinam - Trinidad in die Karibik gehen. Ca. 11.000 Seemeilen in 10 Monaten! Eine Sicherheit gab es dabei doch: es würde spannend werden! (www.florimell.at) Nathalie war anfangs dabei um dann in Wien "Ressourcenmanagement und Ecological Engineering" zu studieren. 

1. kommt es anders, 2. als man denkt...3. als man plant...und 4. womit man nie gerechnet hatte...

Voll des Tatendrangs und der Vorfreude auf die bevorstehende Reise erledigte ich 1000 Dinge...Auflösung des Haushaltes, das IFZ umfirmieren, sämtliche Behördenwege vom Gewerbe bis hin zur Kinderbeihilfe, Reiseversicherung, Kündigungen, Post, Bank, Auto stilllegen, Grab der Eltern versorgen, Studentenwohnung für Lilly in Wien besorgen, 2x übersiedeln, das Schiff fertig renovieren, Technik und Elektronik, Wohnung vermieten... und viel, viel anderes mehr. 

Es war alles auf Schiene und ich eigentlich ganz entspannt. Lilly maturierte in einer sich auflösenden Umgebung mit ausgezeichnetem Erfolg (!) während um ihr herum die Möbel nach und nach verschwanden. Unsere Katze Isis wurde schweren Herzens übersiedelt... wir verabschiedeten uns von der Verwandtschaft in Wien und von Freunden in Kärnten. Der Countdown lief...

Nur noch ein Termin: die „Tage der Zukunft", unser Kongress in Arnoldstein... doch dieser sollte mein Leben erneut gehörig auf den Kopf stellen. 

Es war der 5. Kongress im Rahmen des IFZ, unserem Institut für Zukunftskompetenzen. Und er hatte nach einigen Ver(w)irrungen und Trennung von Firmenpartnern wieder zu seinem Ursprung gefunden und einen starken Spirit verbreitet. Auch das Publikum war ein anderes. Und völlig unvorbereitet durchwirbelte ein neuer Hurricane mein Leben (diesmal mit einem männlichen Namen ;-)

Das Besondere kann warten - ist es nicht besonders, braucht es nicht zu warten. 

Es sind nunmal die Stürme des Lebens, die uns stärken und weiter bringen. Und ich erfuhr, was es heisst, in der größten Macht dieser Welt machtlos zu sein. Dies war der Auftakt zu einer weiteren Reise, die parallel zu unserer Schiffsreise lief und mich einige Riesenschritte weiter in meiner Seelenentwicklung brachte. Ich durfte meine Grenzen kennen lernen und ich durfte sie sogar überschreiten. Ich konnte meine Liebe neu entdecken... die Liebe zur See... die Liebe zur Freiheit... die Liebe zwischen Mann und Frau und die Liebe zu mir selbst. 

Die Magie der Liebe ist ein Mysterium jenseits des Verliebtseins und überdauert das Leben.  

Die Reise führte mich tatsächlich wieder zu mir selbst. Anders zwar, als ich es erwartet hatte, aber unmissverständlich. Ich spürte und spüre noch den frischen Wind, der mir neue Welten zeigte.

Nach der zweiten Reiseetappe 2017 kam es tatsächlich nochmal zu einer kompletten Hinterfragung meines Lebens, (oder hörte sie einfach nie auf?) die in dem Bau eines Häuschens am Teich mündete und mich so zu einem noch unerfüllten Traum führte: Harald trennte sich von seinem alten Elternhaus, das kleine Holzhaus am Pulster Teich. Schon immer habe ich sein Potenzial gesehen, aber bisher war es keine Option. Jetzt allerdings wurde es möglich, es Harald abzukaufen und komplett zu sanieren. So entstand mein "Hexenhäuschen" das ich schon als Kind gezeichnet hatte! Und ich hatte nun endlich mein eigenes Nest in Kärnten. ;-)

 

Die Sanierung ließ mich in die Rolle einer Bauarbeiterin schlüpfen, die sich für keine Arbeit zu schade war. Wir hatten 3 Monate bis zur Abreise und schafften es - 7 Tage die Woche, 8 Stunden am Tag - das Haus fertig zu stellen, was allerdings ziemlich auf die Substanz ging. 

Die dritte Reiseetappe nahte... der Flug war bereits als Rückflug nach Guatemala gebucht... und uns war klar, dass es diesmal anders sein musste. Weniger Crews bedeutete mehr Eigenkosten, aber es war nötig, um das bisher Erlebte zu verarbeiten und mehr schreiben zu können.

Guatemala - Belize. Der Winter dort war warm, doch regnerisch und ab und zu stürmisch. Wieder erlebten wir einige Abenteuer, die ihre Eintragung ins Logbuch fanden und mich die Freiheiten aber auch die Anstrengungen eines Segelnomadenlebens spüren ließen. Ich arbeitete diszipliniert an meinem Buch „Der Zukunftskompass“und schaffte es tatsächlich, es verlegen zu lassen. 


Der Abschluss dieser Reiseetappe führte uns während der Ostertage nach Antigua, wo wir unglaublich aufwändige Umzugs-Szenen auf den nächtlichen Straßen erleben durften. Am Atitlansee noch eine Bootsfahrt und über Chichicastenango zurück zu unserem Boot, viele Eindrücke mehr im Gepäck… leider auch noch etwas anderes… unangenehmes… einen Parasiten, der mir 3 Tage später die Hölle heiß machte und beinahe die letzte Reise antreten ließ. Ein Dschungelspital rettete mich mit den richtigen Medikamenten noch zur rechten Zeit und ich konnte die Heimreise antreten… wo es noch ein halbes Jahr dauerte, bis ich mich vollends von dem Schrecken erholt hatte. 

Somit lief ich im Sommer 2018 mit halber Kraft voraus…finalisierte das Buch… präsentierte es… übersiedelte ins kleine Hexenhäuschen, auf das ich mich schon so freute… regenerierte und gesundete.

Oktober 2018. Harald nahm den Rückflug nach Guatemala… ich ließ den meinen verfallen. Ich brauchte noch ein bisschen Zeit. Zeit für mich…Zeit für all die Dinge, die es noch zu ordnen und zu planen galt. Als Abenteurerin durchs Leben zu gehen, bedeutet, ohne Sicherheiten auszukommen. Niemals weiß ich, was als nächstes passieren wird. Pläne sind von kurzer Dauer und ständig in Veränderung... eine gute Lebensschule.

Glück ist das, was du im Inneren trägst.

 

 

(Unsere Segelreise zu lesen unter: www.florimell.at >> demnächst als Buch)

* * * 

...so wird diese Biografie seit 20 Jahren entlang des "roten Fadens" ergänzt und aktualisiert. Immer aus dem neuen Blickwinkel meiner Erfahrungen. Denn du kannst das Leben zwar vorwärts leben aber nur rückwärts verstehen.

 

Mein Beruf? 

Am besten „Lebensunternehmerin".

 

Meine Pläne für die Zukunft? 

Meine Berufung in der Welt leben, Reisen und Arbeiten verbinden, ein Teil der Natur sein - und... in der Welt zu Hause sein ;-)

 

Was ich nicht erzählt habe?

Jede Menge! Aber das hebe ich mir nun wirklich für einen Roman auf :-)

 

Herzlichst

Cornelia M. Scala-Hausmann

 



"Das Universum ist mein Weg.
Die Liebe mein Gesetz.
Der Friede ist mein Obdach.
Die Erfahrung ist meine Schule.
Aus Hindernissen lerne ich.
Schwierigkeiten spornen mich an.
Der Schmerz ist meine Warnung.
Die Arbeit ist mein Segen.
Meine Haltung ist inneres Gleichgewicht.
Mein Schicksal ist Vollkommenheit."

(Guillermo Tolentino)